Grenzkonflikt
Thailand und Kambodscha
CFI-AKTUELL August 2025
Wenn Kinder aus Krisengebieten Schutz brauchen – was die Unruhen an der Grenze für unsere Kinderdörfer bedeuten.
Die jüngsten Auseinandersetzungen an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha sorgen für große Unruhe in der Region. Die Kämpfe haben tausende Menschen zur Flucht gezwungen, viele Familien wurden auseinandergerissen. Auch wenn unsere Kinderdörfer nicht direkt betroffen sind, beobachten wir die Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit. Besonders im Kinderdorf Light of Hope (LoH) in Kambodscha bereitet sich das Team darauf vor, kurzfristig auf neue Aufnahmen zu reagieren – denn es wird erwartet, dass künftig auch Kinder aus der betroffenen Grenzregion Schutz suchen könnten.
Was ist passiert?
Ende Juli 2025 kam es im Grenzgebiet zwischen Thailand und Kambodscha zu militärischen Auseinandersetzungen. Mehrere Tage lang gab es schwere Gefechte, die zahlreiche Dörfer auf beiden Seiten der Grenze trafen. Die Menschen flohen aus Angst vor Artillerie- und Luftangriffen – viele überstürzt und ohne zu wissen, ob sie je zurückkehren können.
Eine Waffenruhe konnte schließlich durch internationale Vermittlung erreicht werden. Doch die Lage bleibt angespannt – und die Folgen für die Bevölkerung sind groß.
Ein Konflikt mit Vorgeschichte
Der Konflikt hat historische Wurzeln: Thailand und Kambodscha streiten sich seit Jahrzehnten um den genauen Grenzverlauf, vor allem rund um einige Tempelanlagen. Nationalistische Spannungen und politische Rivalitäten haben die Situation zuletzt zusätzlich verschärft. Der jüngste Auslöser war die Explosion einer Landmine, bei der mehrere thailändische Soldaten verletzt wurden.
Die humanitären Auswirkungen sind erheblich – besonders für Kinder, die in den letzten Tagen ihre Familien, ihre Heimat oder ihren gewohnten Alltag verloren haben.
Mögliche Auswirkungen auf unsere Kinderdörfer
Die CFI Kinderhilfe ist seit vielen Jahren mit zwei Kinderdörfern in Südostasien aktiv:
• „Light of Hope“ (LoH) in Kambodscha liegt ca. drei Autostunden nordllich von Phnom Penh, weit entfernt vom aktuellen Krisengebiet.
• Das „Kirsten Jade Rescue Centre“ (KJRC) liegt nördlich von Chiang Mai in Thailand, etwa eine Stunde von der Stadt entfernt – ruhig, geschützt und ebenfalls weit weg von der Konfliktzone.
Beide Dörfer sind derzeit nicht direkt betroffen. Dennoch hat die Situation Auswirkungen auf unsere Arbeit – insbesondere in Kambodscha.
Volunteers in Kambodscha bei Renovierungsarbeiten
Kinderdorf "Light of Hope" –
bereit für neue Kinder
In LoH leben derzeit rund 60 Kinder. Viele von ihnen haben bereits früher schwierige Lebensumstände hinter sich gelassen. Aktuell geht das Team vor Ort davon aus, dass in Kürze neue Kinder aufgenommen werden, die aus der von den Kämpfen betroffenen Region stammen.
Noch ist nichts entschieden – aber das Dorf bereitet sich darauf vor:
• Zusätzliche Kapazitäten werden geprüft
• Psychologische Unterstützung für mögliche neue Kinder eingeplant
• Schul- und Ausbildungsplätze vorbereitet
Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt: In Krisenzeiten suchen viele Familien nach einem sicheren Ort für ihre Kinder – und Light of Hope ist ein solcher Ort.
"Kirsten Jade Rescue Centre" –
ruhig, aber wachsam
Im „Kirsten Jade Rescue Centre“ in Thailand leben aktuell rund 50 Kinder. Das Dorf liegt in einer geschützten Bergregion, fernab der aktuellen Unruhen. Die Lage vor Ort ist ruhig, der Alltag läuft weiter wie gewohnt – mit Schule, Werkstatt, Landwirtschaft und viel Raum für die Kinder, Kind zu sein.
Auch hier beobachtet das Team die Entwicklungen in der Region genau – aktuell besteht jedoch kein unmittelbarer Handlungsbedarf.
Gemeinsam stark – auch in unsicheren Zeiten
Krisen wie diese zeigen, wie schnell sich das Leben von Kindern verändern kann – durch Umstände, die sie nicht beeinflussen können. Unsere Aufgabe ist es, ihnen gerade dann Stabilität, Sicherheit und Zukunftsperspektiven zu geben.
Wir danken allen, die uns auf diesem Weg begleiten – durch Patenschaften, Spenden oder einfach durch ihr Interesse an unserer Arbeit. Ihre Unterstützung macht den Unterschied.
